Elterngeld für Selbstständige – wann muss ich Elterngeld zurückzahlen?

Elterngeld zurückzahlen

Die Angst vor einer möglichen Rückzahlung ist der häufigste Grund, weshalb viele Selbstständigen erst gar kein Elterngeld beantragen – leider! Wenn du tatsächlich nur auf viel Geld verzichtest – und jetzt werde ich mal ganz deutlich – weil du dich nicht richtig informierst, dann ist das verschenktes Geld und absolut unnötig. So einfach ist das.

Doch welche Umstände können eine Rückzahlung notwendig machen? Darf man während der Elternzeit überhaupt etwas dazu verdienen? Schließlich möchtest du das Business, das du mit Herz, Schmerz, Schweiß und Tränen groß gezogen hast, nicht vernachlässigen. Was du also beachten musst, um keine Rückzahlung zu fürchten, erfährst du in diesem Artikel.

Elterngeld zurückzahlen

Nachträglich Geld zurückzuzahlen ist mehr als ärgerlich – dagegen hilft eine genaue Planung

 

Der grundlegende Ablauf beim Elterngeld

Oftmals kommen die Mütter erst zu mir, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist – nämlich nach dem Erhalt des finalen Elterngeldbescheids. Wenn ich dann prüfe, weshalb eine Rückzahlung gefordert wird, liegt das in den allermeisten Fällen an falschen Angaben. Und das ist weder die Schuld der Elterngeldstelle, noch die deines Steuerberaters. Denn für deine Angaben bist alleine du verantwortlich.

Bevor wir nun in das Thema Rückzahlungen einsteigen ist es erst einmal wichtig, den grundlegenden Ablauf beim Elterngeldbezug zu kennen. Wenn du Elterngeld beantragst, werden deine Bezüge zunächst geschätzt. Dies tut die Elterngeldstelle anhand der Angaben für den Bemessungszeitraum in deinem Antrag und zahlt dir daraufhin die entsprechenden Beträge während der Elternzeit aus.

Du bekommst also nur ein vorläufiges Elterngeld, was final anhand deines Steuerbescheids geprüft wird. Und genau hier ist das Problem: War deine Einschätzung im Antrag nicht realistisch genug, kann sich das in beiden Richtungen auf das Elterngeld auswirken und im schlimmsten Fall eine Rückzahlung nach sich ziehen.

 

„EG Stelle übernimmt nicht die Funktion eines Unternehmensberaters!“

 

Die Einflussfaktoren

Bedenken immer: Als Selbstständige bist du selbst für dein Business verantwortlich – und damit auch für dein Elterngeld. Wenn du Fehler beim Antrag machst, ist das so. Die Elterngeldstelle übernimmt nicht die Funktion eines Unternehmensberaters und prüft deine Angaben. Das passiert erst beim finalen Bescheid – und dann ist es zu spät.

Vor und während des Bezugs deines Elterngeldes hast du maßgeblichen Einfluss auf mögliche Rückzahlungen: Indem du realistisch planst und während des Bezugs darauf achtest. Nun gibt es einige Faktoren, die – gibt man sie falsch an oder beachtete sie einfach nicht – das eigentliche Elterngeld mindern können und beim finalen Elterngeldbescheid eine Rückzahlung zur Folge haben.

 

Elterngeld Unternehmerin

Dein Business. Dein Baby.

 

 

Zuverdienst

Natürlich darfst du auch während der Elternzeit etwas dazuverdienen. Die erwirtschafteten Gewinne werden allerdings auf deinen Elterngeldanspruch angerechnet. Hast du das im Antrag nicht angegeben, vermindert das zusätzliche Einkommen später dein Elterngeld.

Überlege dir bereits vor deinem Elterngeldbezug, ob du einen Zuverdienst haben wirst oder nicht. Denn nur so kannst du das im Antrag korrekt vermerken und die Eltergeldstelle berechnet dein vorläufiges Elterngeld realistisch.

 

     

    Zuflussprinzip

    Als Selbstständige gilt für dich das Zuflussprinzip: Rechnungen werden nicht anhand des Rechnungsdatums zum Elterngeld dazugerechnet, sondern anhand der Verbuchung auf deinem Konto. Zahlen deine Kunden während deiner Elternzeit offene Rechnungen, dann führt auch das zu Abzügen beim Elterngeld. Dabei ist es vollkommen egal, ob du die Leistung bereits vor dem Elterngeldbezug erbracht hast oder sie tatsächlich in die Elternzeit fallen.

    Mit ein wenig Planung kannst du aber auch das steuern und unnötige Verschiebungen verhindern.

     

       

      Bemessungszeitraum

      Dieser Punkt erfordert eine wirklich genaue Planung und Rücksprache mit deinem Steuerberater. Was nämlich passieren kann: du planst deinen Bemessungszeitraum und gibst realistische Werte an, aber deine Steuererklärung spuckt geringere Werte aus. Die Folge sind Elterngeld-Rückzahlungen.

      Dies passiert, weil wir natürlich gegen Ende des Jahres versuchen, unseren Gewinn so gering wie mögich zu halten. Sprich am besten mit deinem Steuerberater über diese Zahlen. Denn er weiß am besten, was schlussendlich in der Steuererklärung stehen wird.

        Um Rückzahlungen wirklich zu verhindern, kommst du um eine genaue Planung nicht herum. Und diese Planung gehört zu deinem Business genauso wie Rechnungen schreiben – denn du bist verantwortlich, keiner sonst.

         

        xoxo,

        Steffi

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